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Unser Parkinson Glossar

Nach der Diagnose und während der weiteren Behandlung werden Sie oft mit Fachbegriffen konfrontiert. Oder Sie lesen darüber im Internet oder in Büchern. Damit Sie all diese Begriffe verstehen und besser einordnen können, haben wir hier ein Verzeichnis der wichtigsten Begriffe aus unserer Sicht zusammen getragen.

Stöbern Sie einfach herum, filtern Sie nach Anfangsbuchstaben oder benutzen Sie die Suchfunktion mit der Lupe ganz links in der in der Leiste unten. Viel Spaß beim informieren!

  • ADL = Activities of Daily Living

    ADL = Activities of Daily Living (deutsch: Aktivitäten des täglichen Lebens). Die ADL sind ein Grundbegriff der Gesundheits- und Krankenpflege und bezeichnen Aktivitäten bzw. Tätigkeiten des täglichen Lebens, die für eine eigenständige Lebensführung ohne fremde Hilfe nötig sind.

    Hierzu gehören: Ruhen und Schlafen, sich bewegen, sich waschen und kleiden, Essen und Trinken, eigenständige Toilettengänge, für Sicherheit sorgen, sich beschäftigen, kommunizieren, Sinn finden und sich als Mann oder Frau fühlen. Die Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) werden auch maßgeblich beim „Barthel-­Index“ berücksichtigt, der die Selbstständigkeit des Menschen beurteilt und für die Einstufung bei Pflegebedürftigkeit herangezogen wird.

  • AHV = Arm-Halte-Versuch

    AHV steht als Abkürzung für Arm-Halte-Versuch, ein Element der neurologischen Untersuchung. Hierbei streckt der Patient beide Hände horizontal vor den Brustbereich, schließt die Augen und versucht, die Hände in dieser Position zu halten. Durch Absinken eines Arms oder auch ein Nachinnendrehen eines Arms kann der Arzt erkennen, ob hier eine leichtgradige und im Alltag möglicherweise verdeckte Lähmung vorliegt.

  • Akinesie/akinetisch

    Der Begriff Kinesie/kinetisch bezeichnet den Zustand, dass Bewegungen möglich sind. Im Zusammenhang mit Parkinson bezeichnen die Begriffe Akinesie bzw. akinetisch einen Zustand, bei dem der Patient sich nicht mehr bewegen kann, somit in einer Bewegungsstarre verhaftet ist.

    Bei ansonsten medikamentös gut eingestellten Patienten spricht man dann auch von einer akinetischen Krise, d. h. einer Krise mit völliger Bewegungsunfähigkeit.

  • Amimie

    Jeder Mensch unterstreicht seine Kommunikation sowie seine sprachlichen Äußerungen durch eine entsprechende Gesichtsmimik. Die Möglichkeiten der mimischen Äußerungen sind bei Parkinson eingeschränkt und bei sehr starker Ausprägung aufgehoben. Bezeichnet das Fehlen jeglicher Mimik, das Gesicht des Betroffenen wird als starr und ausdruckslos erlebt.

  • Amplitudenkonstantes Schriftbild

    Amplitudenkonstantes Schriftbild Menschen, die nicht von Parkinson betroffen sind, bieten ein Schriftbild, das hinsichtlich seiner Größe konstant ist. Hierbei sprechen wir von einem amplitudenkonstanten Schriftbild. Typisch für Parkinson ist die Mikrografie, d. h. bei einem in Schreibschrift niedergeschriebenen Satz wird die Auslenkung bzw. die Schrift immer kleiner.

  • Anosmie

    Anosmie bezeichnet den Zustand, dass keinerlei Gerüche mehr wahrgenommen werden können. Die Hyposmie, das teilweise aufgehobene bzw. eingeschränkte Geruchsempfinden ist oft ein erstes, der Parkinson-Erkrankung vorangehendes Krankheitszeichen. Zur Bestätigung der Diagnose ist es daher immer sinnvoll, differenziert die Riechfähigkeit zu prüfen.

  • ASR = Achilles-Sehnen-Reflex

    Bei gehaltenem und gestrecktem Bein wird durch Beklopfen der Achillessehne mit dem Reflexhammer durch den Untersucher der Achilles-Sehnen-Reflex ausgelöst.

  • Ataktisch(es Gangbild)

    Das ataktische Gangbild ist gegenüber dem normalen, unauffälligen Gangbild durch Unsicherheit und Sturzneigung gekennzeichnet. Oft zeigt sich ein ataktisches Gangbild durch breitbeiniges, am Boden klebendes Gehen, um die durch unterschiedliche Ursachen hervorgerufene Gang­unsicherheit auszugleichen.

  • Atypisches Parkinson-Syndrom

    Das atypische Parkinson-Syndrom unterscheidet sich vom typischen Parkinson-Syndrom (Morbus Parkinson). Das typische Parkinson-Syndrom beruht auf einem Dopamin-­Mangel im Gehirn.

    Dadurch ist die Kommunikation der Nervenzellen in den die Bewegung steuernden Zentren gestört und die typischen Parkinson-Symptome treten auf. Es gibt verwandte andere Erkrankungen (neurodegenerative Erkrankungen), die ebenfalls mit Parkinson­ähnlichen Symptomen einhergehen, aber eine andere Ursache haben.

    Hierunter fallen die Multisystematrophie, die progressive supranukleäre Blickparese, die kortiko-­basale Degeneration und die Lewy-Körperchen-Demenz. Bei diesen Erkrankungen wirken die Anti-Parkinson-­Medi­kamente meist nicht oder nur in sehr geringem Umfang.

  • BHV = Beinhalteversuch

    Der Beinhalteversuch bezeichnet ein Element der allgemeinen neurologischen Untersuchung. Hierbei liegt der Patient auf dem Rücken, winkelt die Oberschenkel an und hält die Unterschenkel in horizontaler Position. Die Augen werden geschlossen.

    Ein gesunder Patient kann diese Position eine gewisse Zeit einhalten. Sinkt jedoch ein Bein ab, lässt dies auf Lähmungen unterschiedlicher Stärke schließen.

  • Blickparese

    Blickparese Die Untersuchung der Blickbeweglichkeit bzw. der Augenmobilität ist ein Element der neurologischen Untersuchung. Hierbei folgt der Patient, der den Kopf geradeaus halten soll, dem Finger des Arztes mit den Augen in alle Richtungen, d. h. nach links und rechts, oben und unten sowie seitlich nach außen und innen.

    Mit der Blickparese wird ein auffälliger Untersuchungsbefund beschrieben, bei dem der Patient mit seinen Augen dem Finger des Untersuchers nicht in eine oder verschiedene Richtungen folgen kann. Aus der Art der Blickparese kann der Arzt dann auf mögliche ­Ursachen für diesen Ausfall schließen.

  • Bradydysdiadochokinese

    Bradydysdiadochokinese Die Prüfung der Diadochokinese ist ein Element der neurologischen Untersuchung. Hierbei winkelt der Patient die Arme an und bewegt beide Hände so, als ob er eine Glühlampe einschrauben wollte.

    Die Bewegung soll schnell und flüssig ausgeführt werden. Die Parkinson-Erkrankung beginnt meist einseitig, sodass das die flüssige Schraubbewegung der Hand oft auf einer Seite zuerst eingeschränkt und unrund ist. Der Test kann der Diagnosesicherung dienen.

  • Bradyphrenie

    Bradyphrenie bezeichnet bei Parkinson den Zustand, dass die gedanklichen Abläufe bzw. die Schnelligkeit bei Gehirn­aktivitäten abgenommen haben.

    Eine Bradyphrenie wird oft fälschlicherweise angenommen, wenn die bei Parkinson eingeschränkte oder erstarrte Mimik diesen Eindruck erzeugt. Patienten können zwar so wirken, die Abläufe im Gehirn können dabei jedoch völlig ungestört sein.

  • Dopaminergika

    Dopaminergika Dies ist die Bezeichnung für eine Klasse an Substanzen, die die Dopamin-Rezeptoren im Gehirn direkt stimulieren und so versuchen, den bei Parkinson vorhandenen Dopamin-Mangel im Gehirn auszugleichen. Die Stimulation der Dopamin-Rezeptoren durch Dopaminergika soll die Beweglichkeit des Patienten wieder flüssiger, normaler machen.

  • Dysarthrophone Sprechstörung

    Dysarthrophone Sprechstörung Hiermit wird ein Symptom der Parkinson-Erkrankung bezeichnet, das sich auf das Sprechen bezieht. Typisch für Menschen mit Parkinson ist, dass sie mit der Zeit immer leiser sprechen, undeutlicher artikulieren und dass die Sprechmelodie nicht mehr so lebhaft ist wie bei Gesunden. All dies wird als dysarthrophone Sprechstörung bezeichnet.

  • Dysdiadochokinese

    Die Prüfung der Diadochokinese ist ein Element der neurologischen Untersuchung. Hierbei winkelt der Patient die Arme an und bewegt beide Hände so, als ob er eine Glühlampe einschrauben wollte.

    Die Bewegung soll harmonisch und flüssig ausgeführt werden. Die Dysdiadochokinese bezeichnet hier ein unrundes, gehemmtes Ausführen dieser Bewegung.

  • Dyskinesien

    Dyskinesien bezeichnen meist überschießende Bewegungen, die im fortgeschrittenen Stadium der Parkinson-Erkrankung auftreten.

    Die Peak-Dose-Dyskinesie bezeichnet eine Überbeweglichkeit zum Zeitpunkt der maximalen Medikamentenwirkung, es gibt auch Dyskinesien bzw. plötzlich auftretende Unbeweglichkeiten, wenn die Medikamentenwirkung abnimmt.

    L-Dopa sollte deshalb so hoch wie nötig, aber gleichzeitig so niedrig wie möglich dosiert werden. Schließlich wird auch eine Bewegungsstarre mit schmerzhaft erhöhter Muskelspannung als Dyskinesie bezeichnet. Patienten mit jungem Erkrankungsalter zeigen häufiger Dyskinesien.

  • Dysosmie

    Bei Parkinson stellt die Riechstörung bzw. die abgeschwächte Geruchssensibilität ein Frühsymptom der Erkrankung dar, das häufig lange vor dem Beginn motorischer Symptome (Bewegungssymptome) auftreten kann. Die Dysosmie bezeichnet die Funktionsstörung des Geruchssinns, bei der Gerüche nicht mehr in der korrekten Intensität oder Spezifität erkannt werden.

  • Dystonie

    Die Dystonie stellt eine Erscheinungsform der Dyskinesie dar und beschreibt einen Zustand schlechter Beweglichkeit mit schmerzhaften Verkrampfungen.

    Diese betreffen vorwiegend die Beine und treten gehäuft nachts oder frühmorgens auf. Durch abendliche Gabe von retardiertem L-Dopa bzw. durch Gabe von wasserlöslichen L-Dopa-Präparaten am frühen Morgen können besonders die nächtlich oder frühmorgens beklagten Dystonien gebessert werden.

  • Dysurie

    Zu Parkinson gehören auch vegetative Begleitsymptome, d. h. Beschwerden des Herz-Kreislauf-, Magen-Darm- oder Niere-Blase-Systems. Die Dysurie bezeichnet einen Zustand, bei dem das Wasserlassen erschwert, gestört, verzögert oder schmerzhaft ist. Auch eine Harninkontinenz kann unter den Begriff der Dysurie fallen.

  • Eudiadochokinese

    Die Eudiadochokinese wird als Teil der neurologischen Untersuchung geprüft. Die Eudiadochokinese bezeichnet die unbeeinträchtigte Fähigkeit, mit angewinkelten Armen eine Schraubbewegung beider Hände, so als wolle man eine Glühlampe einschrauben, auszuführen.

    Gesunde Menschen oder sehr gut eingestellte Parkinson-Patienten zeigen eine unbeeinträchtigte Eudiadochokinese.

  • Extrapyramidal

    Extrapyramidal Bei Parkinson spricht man von einer extrapyramidal-motorischen neurodegenerativen Erkrankung. Das pyramidale System übernimmt in unserem Gehirn die Steuerung unserer Motorik. Das extrapyramidale System, auf das sich der bei Parkinson auftretende Dopamin-Mangel besonders stark auswirkt, dient der Feinmotorik der Bewegungen. So kommt es bei Störungen zu Überbeweglichkeiten wie Tremor oder zu Fehlen der Beweglichkeit wie Akinese.

  • Extremitäten

    Extremitäten Dies ist in der Medizin der lateinische Ausdruck für Arme und Beine.

  • Faszikulation

    Faszikulation Insbesondere bei Nervenerkrankungen, die die motorische Steuerung des Körpers betreffen, kommen Faszikulationen vor. Dies sind ungesteuerte, unwillkürliche Eigenbewegungen der Muskulatur bzw. von einzelnen Muskelsträngen und sind gelegentlich an den Armen und Beinen im Bereich der Muskeln sichtbar.

  • Finger-Tapping

    Finger-Tapping Die motorische Beweglichkeit von Parkinson-Patienten kann dadurch getestet werden, dass man den Patienten abwechselnd mit den Fingern beider Hände auf die eigenen Oberschenkel oder eine Unterlage tippen lässt.

    Ein gutes Finger-Tapping ist durch einen hohen Ausschlag und eine schnell wechselnde Bewegung der linken und rechten Hand gekennzeichnet.

  • Fluktuationen

    Fluktuationen Im fortgeschrittenen Stadium der Parkinson-Erkrankung nimmt die körpereigene Dopamin-Herstellung weiter ab und die Dopamin-Rezeptoren im Gehirn zeigen eine verminderte Empfindlichkeit gegenüber dopaminhaltigen Medikamenten.

    Es kommt zu Schwankungen der Wirksamkeit bzw. zu einer reduzierten Beweglichkeit infolge des Nachlassens der L-Dopa-Wirkung. Diese Phänomene nennt man auch Wearing-off-Phänomen oder End-of-dose-Akinese; dies entspricht dem Verlauf des Abflutens der Substanz.

    Eine häufigere Einnahme des L-Dopa mit gegebenenfalls geringeren Einzeldosen bei vermehrten Einnahmezeitpunkten kann diesen Fluktuationen entgegenwirken.

  • Freezing

    Freezing Das Freezing-Phänomen ist sowohl für den Patienten als auch die behandelnden Ärzte eine sehr beeindruckende Komplikation. Im Verlauf der Parkinson-Erkrankung, besonders beim Starten einer Bewegung oder beim Durchqueren enger Stellen, kann ein Zustand eintreten, bei dem der Patient den Eindruck macht, in einer eingefrorenen Position verhaftet zu sein.

    Es kommt zur gleichzeitigen Aktivität fördernder und hemmender Muskeln, sodass die Patienten förmlich am Boden kleben und sich nicht bewegen.

    Bei Türdurchgängen spricht man dann auch von einem Engpass-Syndrom. Auch kann durch vermehrte psychische Anspannung das Freezing-Phänomen erzeugt werden. Durch externe Taktgeber wie lautes Zählen, Musik oder Lichtreize kann das Freezing überwunden und die Beweglichkeit wieder in Gang gebracht werden.

  • Gebundenes Gangbild

    Bei Parkinson stellt sich mit zunehmender Krankheitsdauer oft ein vornübergebeugtes Gangbild mit wenig ausladenden Bewegungen ein. Die Schritte werden kleiner, die Arme schwingen weniger mit, die gesamte Beweglichkeit macht einen verminderten Eindruck. Das gebundene Gangbild beschreibt als Begriff all diese Symptome.

  • Glabellareflex

    Die Glabella ist ein Knochenwulst oberhalb der Nasenwurzel zwischen den Augen. Beim Glabella-Reflex werden nach Beklopfen der Glabella die Augen geschlossen. Diese Reaktion ist während der ersten Lebenswochen und -monate eines Kindes zu beobachten.

    Durch die Entwicklung des Gehirns wird dieser Reflex dann unterdrückt. Treten die frühkindlichen Reflexe beim Erwachsenen wieder auf, sprechen diese für eine Störung im Gehirn. Dies kann auch bei Parkinson auftreten.

  • Headdropping-Test oder Kopf-Fall-Test

    Headdropping-Test oder Kopf-Fall-Test Dieser Test hilft, die Parkinson-Erkrankung richtig zu diagnostizieren. Hierbei zieht der Untersucher den Kopf des entspannt liegenden Patienten mit der rechten Hand nach oben und lässt ihn in die linke Hand hineingleiten.

    Bei gesunden Personen fällt der Kopf, sofern der Patient richtig entspannt ist, sofort und unmittelbar in die linke Hand. Liegt hingegen eine Parkinson-Erkrankung vor, fällt der Kopf langsam gleitend und verzögert in die andere Untersuchungshand des Arztes.

  • Hyperhidrosis

    Hyperhidrosis bezeichnet ein übermäßig starkes Schwitzen am ganzen Körper oder an bestimmten Stellen, wie z. B. an Händen und Füßen oder unter den Achseln. Die abnorme Schweißbildung muss dabei nicht auf körperliche Anstrengung oder hohe Umgebungstemperaturen zurückzuführen sein. Die Hyperhidrosis kann eine Begleiterkrankung bei Menschen mit Parkinson sein.

  • Hyperkinesien

    Hyperkinesien Insbesondere bei Überdosierung mit L-Dopa-Präparaten oder Dopamin-Agonisten kann es bei Menschen mit Parkinson zu Hyperkinesien, d. h. deutlichen Überbeweglichkeiten, kommen. Die Patienten sind nicht mehr in der Lage, ruhig zu sitzen oder ihre Arme oder Beine unter Kontrolle zu halten.

    Diese vollführen übermäßige, nicht mehr steuerbare Bewegungen. Die Therapie besteht in der Optimierung der Parkinson-Medikation.

  • Hypersexualität

    Hypersexualität Dieser Begriff bezeichnet ein gesteigertes Verlangen nach sexuellen Handlungen. Ursache ist häufig ein übermäßiges Ansprechen auf dopaminerg (durch Dopamin ausgelöst) wirkende Anti-Parkinson-Medikamente.

    Sexuelle Aktivitäten werden übermäßig und in z. T. nicht passenden Situationen angestrebt. Sowohl die betroffenen Patienten als auch deren Partner können stark unter dieser Tendenz leiden. Die Therapie besteht in einem Absetzen der auslösenden Medikamente.

  • Hypokinetisch

    Hypokinetisch Sind Menschen mit Parkinson zu wenig beweglich, zeigen also eine eingeschränkte Mobilität und Bewegungsumfänge, spricht man von einem hypokinetischen Zustand.

  • Hypomimie

    Hypomimie bezeichnet eine deutlich reduzierte Mimik; das bedeutet, die Ausdrucksmöglichkeiten im Gesicht des Parkinson-Patienten sind stark eingeschränkt. Dies fällt als eines der ersten Symptome auch der unmittelbaren Umgebung auf.

  • Hyposmie

    Hyposmie Als Frühsymptom kann bei Parkinson das Geruchsempfinden bzw. die Geruchssensibilität eingeschränkt oder vermindert sein.

  • Impulskontrolle

    Die Impulskontrolle bezeichnet die Fähigkeit des Menschen, seine unmittelbar aufkommenden Impulse oder auch triebhaften Wünsche zu kontrollieren und in eine sozial angepasste Form zu bringen. Durch dopaminerge Anti-Parkinson-Medikation kann die Impulskontrolle gestört, teilweise vermindert oder sogar aufgehoben sein.

    Impulskontroll-Störungen infolge dieser Anti-Parkinson-Medikation beziehen sich auf das Essen, die Sexualität, die Kaufgelüste (es werden viele und unsinnige Sachen erworben), und gelegentlich kann eine krankhafte Spielsucht entstehen.

  • KamptokormieIm

    KamptokormieIm weit fortgeschrittenen Stadium der Parkinson-Erkrankung kann es dazu kommen, dass der Patient eine extrem vornübergebeugte Haltung einnimmt, die willentlich und therapeutisch kaum zu korrigieren ist. Im schlimmsten Fall biegt der Oberkörper im rechten Winkel zum Rumpf bzw. den Beinen ab.

    Diese krankhaft veränderte Körperhaltung wird als Kamptokormie bezeichnet und tritt auch bei verwandten Erkrankungsbildern wie einer Multisystematrophie auf.

  • Kloni Kloni

    Kloni Kloni bezeichnen im engeren Sinne unkontrollierbare Muskelzuckungen. Aufgrund einer deutlich übermäßigen Körperspannung bzw. muskulärer Verkrampfungen infolge von Nervenschädigungen können Kloni insbesondere der Oberschenkelmuskulatur (was zu einem „Flattern“ der Knie­scheibe führt) oder auch der Füße auftreten.

  • Kognitiv Kognitiv

    Kognitiv Kognitiv bezeichnet alle Vorgänge im Gehirn, die das Denken betreffen. Hierunter fallen geistige Leistungen, Planen, Reflektieren, Lesen, Rechnen, Schreiben, Bücher lesen, Gedächtnis usw.

  • MER (= Muskeleigenreflexe)

    MER sind die Reflexe, die vom Neurologen sowohl an den Armen als auch an den Beinen ausgelöst werden. Die seitengleiche Auslösbarkeit der Reflexe spricht für ein unbeeinträchtigtes Nervensystem, einseitig oder an den Füßen ausgefallene Reflexantworten können auf bestimmte Erkrankungen hinweisen.

  • Mikrografie

    Zur Parkinson-Erkrankung gehört, dass die Schrift bei einem Satz, der in Schreibschrift geschrieben wird, immer kleiner wird. Das heißt, die Amplitude der Auslenkungen beim Schreiben wird geringer. Die Mikrografie kann auch in der frühen Phase der Erkrankung als eines der ersten Symptome auffällig werden.

  • Motorisch

    Motorisch Dieser Begriff bezeichnet alle Fähigkeiten und Phänomene, die mit der Bewegung des Menschen zu tun haben (Motorik).

  • MSA (= Multisystematrophie)

    Die Multisystematrophie ist eine Erkrankung, die mit Parkinson­-ähnlichen Symptomen einhergeht, jedoch nicht im engeren Sinne eine Parkinson-Erkrankung darstellt. Medikamente, die bei Parkinson gut helfen, wie L-Dopa-­Präparate oder Dopamin-Agonisten wirken in der Regel bei der Multisystematrophie nicht.

  • Nykturie

    Nykturie bedeutet häufiges Wasserlassen während der Nacht. Der betroffene Patient muss mehrfach nachts aufstehen, um auf der Toilette zu urinieren.

  • Nystagmus

    Nystagmus In der neurologischen Untersuchung folgt der Patient bei geradeaus gehaltenem Kopf nur mit den Augen dem Finger des Untersuchers, der in alle Richtungen geht.

    Ein Nystagmus tritt dann auf, wenn z. B. in einer Endposition beim Blick nach rechts oder links das Auge in der Endposition immer wieder zuckt. Auch gibt es einen Nystagmus nach oben oder unten und auch einen Spontan-Nystagmus beim Blick geradeaus. Tritt ein Nystagmus auf, kann dies ein Zeichen für eine Hirnstamm- oder Mittelhirnbeteiligung sein.

  • OFF

    OFF Dieser Begriff bezeichnet Phasen, in denen die Beweglichkeit sehr schlecht ist und die Patienten sich kaum bewegen können. OFF-Phasen treten vor allem bei Nachlassen der Medikamentenwirkung auf.

  • ON (ON/OFF-Phänomen/-Zeiten, Sudden OFF)

    ON bezeichnet bei Parkinson die Zeiten, in denen der Patient, meist aufgrund einer erfolgreichen Therapie, gut beweglich ist. Bei einem ON-/OFF-Phänomen wechseln sich Phasen mit guter und schlechter Beweglichkeit ab.

    Wenn in einer guten ON-Phase plötzlich und ohne erkennbare äußere Einflüsse und ohne, dass dies mit der nachlassenden Medikamentenwirkung erklärt wird, eine Phase fehlender Beweglichkeit bzw. Unbeweglichkeit auftritt, spricht man von einem Sudden OFF. Manchmal wird dies auch als „paroxysmales“ OFF bezeichnet.

  • Orthostase-Reaktion

    Bei Parkinson sind die normalen Mechanismen der Kreislaufregulation oft gestört. So kann es z. B. passieren, dass Patienten einen Kreislaufabfall mit Schwindel oder „Schwarzsehen“ erleben, wenn sie plötzlich aus dem Sitzen aufstehen. Im schlimmsten Fall kann es zu einem kreislaufbedingten Kollaps kommen.

  • Pallästhesie

    Dieser Begriff bezeichnet das beim Gesunden ungestörte Vermögen, Vibrationen wahrzunehmen. In der neurologischen Untersuchung wird mittels einer Stimmgabel die Funktionstüchtigkeit der langen Nervenbahnen an den Fußknöcheln gemessen.

    Hierbei setzt der Untersucher eine Stimmgabel auf und kann anhand einer dort befestigten Skala sehen, wie das Vibrationsempfinden, d. h. die Pallästhesie, ausgeprägt ist. Sie variiert auf einer Skala von 8/8 bis 0/8.

  • Pallhypästhesie

    Pallhypästhesie Bezeichnet in der neurologischen Untersuchung eine Situation des verminderten Vibrationsempfindens. Bei Gesunden ist die Pallästhesie mit 8/8 im Bereich des Fußknöchels ausgeprägt, bei Pallhypästhesie beträgt sie 6/8 oder weniger.

  • Parkinson-Syndrom vom gemischten Typ

    Bei der Parkinson-Erkrankung gibt es verschiedene Erscheinungsformen. Es gibt eine Variante, bei der der Tremor, d. h. das Zittern, im Vordergrund steht. Bei einer anderen Variante steht die Akinese, d. h. die Unbeweglichkeit, im Vordergrund.

    In diesen Fällen spricht man von einem Tremor-dominanten bzw. Akinese-dominanten Parkinson-Syndrom. Von einem Parkinson-Syndrom vom gemischten Typ spricht man, wenn beide Symptombereiche in gleicher Ausprägung vorliegen.

  • Parkinsonoid

    Parkinsonoid Dies ist ein Begriff für Bewegungsabläufe oder Körperhaltungen, die einem Parkinson ähnlich, aber nicht auf die Parkinsonsche Erkrankung zurückzuführen sind. Die Hauptsymptome bei Parkinson sind: Tremor, Akinese und Rigor.

    Diese Symptome treten häufig auch als Nebenwirkung von Medikamenten, insbesondere Neuroleptika, auf und werden dann als parkinsonoid bezeichnet.

  • Paroxysmal

    Der Begriff paroxysmal bezieht sich auf das plötzliche und unerwartete Auftreten von Parkinson-Symptomen oder auch auf den Wechsel von ON- und OFF-Zeiten.

  • Pathologisch

    Pathologisch Dies ist der lateinische Begriff für krankhaft.

  • Postural

    Bei Parkinson tritt häufig eine posturale Störung auf. Diese bezeichnet im Wesentlichen eine Instabilität des Patienten beim Stehen. In der neurologischen Untersuchung wird der mit geschlossenen Augen stehende Patient leicht an der Schulter gezogen.

    Eine posturale Instabilität liegt dann vor, wenn der Patient aufgrund eines Anstoßens ins Wanken gerät oder gar umfällt (in diesem Falle vom Untersucher aufgefangen wird).

  • Primäres Parkinson-Syndrom vom Äquivalenztyp

    Von einem primären Parkinson-Syndrom spricht man, wenn außer dem Dopamin-Mangel keine weiteren Ursachen für das Parkinson-Syndrom gefunden werden. Der Äquivalenz­typ bezeichnet hier die Mischung der Symptome von ­Akinese (Unbeweglichkeit) und Tremor (Zittern).

  • Progredienz

    Progredienz bezeichnet die Tatsache, dass die Symptome im Verlauf der Parkinson-Erkrankung in der Regel zunehmend sind. Die Neurodegeneration der Dopamin produzierenden Zellen im Gehirn schreitet fort, d. h. es wird zunehmend weniger Dopamin produziert, sodass als Folge die Symptome auch progredient zunehmen.

  • Propulsionsphänomen

    Das Propulsionsphänomen oder die Propulsionsneigung bezeichnet beim Parkinson-Patienten die Tendenz, bei unrunder Bewegung immer mehr in die Körperhaltung nach vorne zu geraten, schneller zu laufen und gegebenenfalls auch nach vorne zu stürzen.

  • PSP (= progressive supranukleäre Blickparese)

    Die progressive supranukleäre Blickparese, auch Steele­Richardson-Olszewski-Syndrom genannt, ist ebenfalls eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die von Symptomen wie Akinese und Rigor begleitet wird. Hinzu tritt eine Blicklähmung nach oben bzw. unten und es treten früh Stürze auf. Die bei Parkinson wirksame Dopamin-Medikation wirkt bei dieser Erkrankung nicht.

  • Pulsion

    Parkinson-Patienten haben die Tendenz, sich nach vorne oder hinten zu neigen. In diesem Falle spricht man von einer Pulsionstendenz. Zieht es den Patienten nach vorne, ist es eine Antepulsion, hat der Patient die Neigung, sich nach hinten zu lehnen oder gar nach hinten zu stürzen, spricht man von einer Retropulsion.

    Geprüft werden kann die Pulsionstendenz am stehenden Patienten. Der Patient muss dabei die Augen schließen und erhält vom Untersucher einen leichten Schubs an der Schulter, nach vorne oder nach hinten. Im Falle einer Sturzneigung wird er natürlich vom Untersucher aufgefangen.

  • REM-Schlaf-(Verhaltens-)Störung

    REM-Schlaf-(Verhaltens-)Störung REM steht für das englische „Rapid Eye Movement“. Der sogenannte REM-Schlaf ist die Phase, in der ein Mensch am intensivsten träumt und dabei die geschlossenen Augen am stärksten bewegt.

    Bei einer REM-Schlaf-Verhaltensstörung zeigen sich teilweise aggressive Verhaltensmuster im Rahmen von Traumerlebnissen. Dabei kann es sogar so weit kommen, dass der Bettpartner körperlich angegriffen wird.

    Nach dem Erwachen setzt eine sofortige Reorientierung ein. Man kann sich an den Traum vollständig erinnern. Die REM-Schlaf-Verhaltensstörung tritt meistens während der zweiten Nachthälfte auf.

  • Retropulsionstest

    Der Patient steht beim Retropulsionstest aufrecht vor dem Untersucher und hält die Augen geschlossen. Durch ein ruckartiges Ziehen des Patienten nach hinten wird geprüft, ob eine Retropulsionstendenz, d. h. Fallneigung nach hinten bei geringem Anstoßen, besteht.

  • Rigide

    Bei Parkinson treten akinetisch-rigide Bewegungseinschränkungen auf. Akinetisch bezeichnet in diesem Fall die eingeschränkte Fähigkeit, sich zu bewegen, rigide Bewegungen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie wie gegen Widerstand ausgeführt werden.

  • Rigor

    Der Rigor ist bei Parkinson eines der Hauptsymptome, die die Krankheit definieren. Beim liegenden, entspannten Gesunden können vom Untersucher die Arme und Beine frei und flüssig durchbewegt werden. Bei einem vorhandenen Rigor kann die Bewegung nur wie gegen einen zähen Widerstand und oft wie bei einem Zahnrad ruckartig durchgeführt werden.

  • Romberg-Stehversuch

    Romberg-Stehversuch ist Element jeder gründlichen neurologischen Untersuchung. Hierbei steht der Patient mit gestreckten Armen vor dem Untersucher und schließt die Augen. Im Romberg-Stehversuch wird das sichere Stehen des Patienten unter Ausschluss der optischen Rückkopplung geprüft.

  • Salbengesicht

    Bei Parkinson tritt häufig eine übermäßige Sekretion der Talgdrüsen auf. Dadurch sieht das Gesicht glänzend, wie mit einer starken Salbe behandelt aus. Daher spricht man auch von einem Salbengesicht.

  • Sialorrhoe

    Parkinson-Patienten leiden oft unter einem übermäßigen Speichelfluss. Ursache hierfür kann die durch Parkinson bedingte, eingeschränkte Schluckfähigkeit sein, sodass der Speichel nicht mehr unbewusst kontinuierlich geschluckt wird, sondern unkontrolliert aus dem Mund läuft.

  • Start- und Stopphemmung/Start Hesitation

    Start- und Stopphemmung/Start Hesitation Die Starthemmung, auch als Freezing bezeichnet, beschreibt bei Parkinson den Umstand, dass Patienten nach Aufforderung, insbesondere beim Losgehen und bei engen Stellen, wie festgefroren sind. Einmal in Bewegung geraten, ist es manchen Patienten nicht möglich, auf ein plötzliches Kommando hin die in Gang gesetzte Bewegung abrupt zu stoppen. Hier würde man von einer

  • Tonuserhöhung

    Tonuserhöhung Tonus bedeutet: Spannungszustand der Muskulatur. Im liegenden entspannten Zustand können vom Untersucher bei einem Gesunden die Arme und Beine frei und flüssig durchbewegt werden. Es ist kein Widerstand bei der passiven Bewegung zu spüren.

    Bei einer rigorartigen Tonuserhöhung im Rahmen der Parkinson-Erkrankung oder einer spastischen Tonuserhöhung im Rahmen einer Schlaganfall-Erkrankung ist hier ein Zahnrad-artiger oder kontinuierlicher Widerstand in unterschiedlicher Stärke zu spüren. Arme und Beine können nicht frei durchbewegt werden.

  • Tremor (getriggert, ungetriggert)

    Zu den Hauptsymptomen der Parkinson-Erkrankung gehört das Zittern (Tremor). Der Parkinson-Tremor ist von einem essenziellen Tremor zu unterscheiden, da er in Ruhe auftritt, meist in einer Frequenz von 5-7 Hz zu beobachten ist und häufig grob ausschlagend beobachtet werden kann.

    Es gibt also einen für Parkinson typischen Tremor. Getriggert bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Tremor durch einen äußeren Reiz, wie z. B. Zeitdruck, ausgelöst werden kann. Ungetriggert heißt, dass das Zittern ohne Beeinflussung durch emotional angespannte Situationen o. Ä. auftritt. Dies wird vom Patienten oft als sehr störend wahrgenommen.

  • Tremor-Dominanz-Typ

    Tremor-Dominanz-Typ Die Symptome Tremor, Rigor, Akinese und posturale Instabilität sind die Hauptsymptome der Parkinson-Erkrankung. Steht der Tremor als Symptom im Vordergrund oder stellt er das einzige Symptom dar, spricht man von einem ­Tremor-dominanten Parkinson-Syndrom oder einem Tremor-Dominanz-Typ.

  • Unterberger-Tretversuch

    Unterberger-Tretversuch Der Unterberger-Tretversuch ist ein Element bei der Koordinationsprüfung im Rahmen der allgemeinen neurologischen Untersuchung.

    Hierbei steht der Patient mit ausgestreckten Armen vor dem Untersucher und schließt die Augen. Dann wird der Patient aufgefordert, abwechselnd mit den Beinen aufzutreten und das jeweils andere Bein zu heben.

    Dieser Versuch wird über eine halbe bis eine Minute durchgeführt. Durch Abweichung nach einer Seite kann der Untersucher feststellen, ob hier in der Koordination bzw. Ausrichtung des Körpers ein Defizit besteht.

  • Vaskulär

    Dieser medizinisch-lateinische Begriff bezeichnet alle Dinge, die mit Blutgefäßen zu tun haben. Chronische Durchblutungsstörungen, wie sie z. B. durch eine unbehandelte Blut­hochdruck-Erkrankung entstehen, können zu einem vaskulär verursachten Parkinson-Syndrom führen.

  • Zahnradphänomen

    Das Zahnradphänomen bezeichnet den Widerstand gegen eine passive Durchbewegung der Arme oder Beine, die, ähnlich einem Zahnrad, bei Parkinson-Patienten nur ruckartig und in kleinen Schritten möglich ist. Voraussetzung für das Zahnrad ist das Vorliegen eines Rigors, d. h. einer krank­haften Tonuserhöhung der Arme oder Beine.

  • Zeigeataxie FNV, KHV

    KHV FNV bezeichnet den Finger-Nase-Versuch. Hierbei ist es Aufgabe des Patienten, bei geschlossenen Augen und herunterhängendem Arm mit dem Zeigefinger in weitem Bogen auf die Nasenspitze zu tippen. Dieser Versuch wird beidseits ausgeführt.

    KHV heißt Knie-Hacken-Versuch. Hierbei hat der liegende Patient die Aufgabe, die Hacke des einen Beines in weitem Bogen auf die Kniescheibe des anderen Beines aufzusetzen und in gerader Linie auf der Schienbeinkante nach unten zu fahren.

    Im Falle einer Ataxie kann der Finger-Nase-Versuch nicht sicher auf der Nase beendet werden. Beim Knie-­Hacken-Versuch verfehlt der Patient die Kniescheibe der anderen Seite oder fährt in stark gezackter Weise auf der Schienbeinkante des Unterschenkels zum Fuß.

  • Acetylcholin

    Acetylcholin ist einer der wesentlichen Botenstoffe (Neurotransmitter), die im Gehirn die Kommunikation zwischen den einzelnen Nervenzellen sicherstellen. Die Feinabstimmung bzw. die Koordination von Bewegungen ist vom Gleichgewicht mehrerer Neurotransmitter abhängig.

    Für die Parkinson-Erkrankung vermutet man ein Ungleichgewicht zwischen Acetylcholin und Dopamin, wobei Acetylcholin vermehrt vorhanden ist und die Überbeweglichkeiten verursacht, während es im Verhältnis an Dopamin mangelt (verminderte Beweglichkeit).

    Die eingesetzten medikamentösen Behandlungsstrategien beim Parkinson-Syndrom sollen dafür sorgen, dass das Gleichgewicht der Gehirn-Botenstoffe wiederhergestellt wird.

  • Akinetische Krise

    Die akinetische Krise bezeichnet eine akute, bedrohliche Zuspitzung der Bewegungsmöglichkeiten bei Parkinson-Patienten und kann mit völliger Bewegungsunfähigkeit einhergehen. Neben der Bewegungsunfähigkeit ist auch Sprechen und Schlucken kaum möglich. Die akinetische Krise stellt einen medizinischen Notfall dar und bedarf der sofortigen Krankenhauseinweisung.

  • Aminosäuren

    Aminosäuren sind wesentliche Bestandteile des menschlichen Körpers und stellen die Bausteine von Proteinen, d. h. Eiweißen dar. Beim Menschen werden 21 verschiedene Aminosäuren unterschieden.

    Einige Aminosäuren spielen als Botenstoffe im Gehirn eine besondere Rolle, ebenso wirken verschiedene Abbauprodukte von Aminosäuren als Botenstoffe im Nervensystem. Ohne die von der Natur vorgegebene Zusammensetzung und Menge an Aminosäuren ist ein unbeeinträchtigtes Leben nicht möglich.

  • Anticholinergikum

    Ein Anticholinergikum ist ein Medikament, das die Wirkung von Acetylcholin im parasympathischen Nervensystem unterdrückt. Das parasympathische Nervensystem ist der Gegenspieler zum sympathischen Nervensystem und wird vorrangig durch Acetylcholin aktiviert.

    Ein Anticholinergikum hemmt den Parasympathikus. Im Bereich der Parkinson-Erkrankung werden anticholinerg wirkende Medikamente eingesetzt, um den Tremor zu behandeln.

  • Ataxie

    Ataxie bezeichnet in der neurologischen Untersuchung einen Zustand unsicherer Bewegungen sowie eines unsicheren Ganges, Standes oder Sitzens.

    Ataktische Symptome treten vorrangig bei Kleinhirnerkrankungen auf. So kann in der Untersuchung bei geschlossenen Augen mit dem Zeigefinger nicht mehr sicher die Nasenspitze erreicht bzw. berührt werden. Die Standataxie äußert sich darin, dass Betroffene nicht mehr mit parallel nebeneinander stehenden Füßen sicher stehen können.

    Stehen oder hüpfen auf einem Bein ist nicht mehr möglich. Bei schwerer Ausprägung einer Ataxie kann es auch zu einer sogenannten Rumpfataxie kommen. Hierbei können Menschen nicht mehr sicher auf einer ebenen Unterlage sitzen, zeigen große Unsicherheiten und kippen nach rechts oder links zur Seite.

  • Athetose

    Die Athetose ist ein medizinischer Spezialbegriff für unwillkürliche, sich langsam abspielende und ausfahrende, schraubende Bewegungen von Händen oder Füßen. Dabei kann es zu Gelenküberdehnungen kommen. Sie werden zu den extrapyramidalen Hyperkinesen gezählt.

    Durch die Bezeichnung wird darauf hingewiesen, dass die Ursache nicht in den direkten motorischen Bahnen, sondern in den Basalganglien liegt, das sind die Nervenzellzentren in unserem Gehirn, die unsere Bewegungen steuern.

  • Basalganglien

    Die Basalganglien (oder auch Stammganglien) sind eine Gruppe von Nervenzellkernen, die in der Mitte des Gehirns liegen und für die Feinkoordination unserer Bewegungen verantwortlich sind. Dopamin, als wichtiger Neurotransmitter (Botenstoff) des Gehirns, wird in den Basalganglien dringend benötigt. Fehlt Dopamin, wie bei der Parkinson-Erkrankung, kommt es zu Störungen der motorischen Koordination.

  • Botenstoffe

    Als Botenstoffe werden Neurotransmitter bezeichnet, die an den Übertragungsstellen die Informationsweitergabe von einer Nervenzelle auf die andere sicherstellen.

    Das Gehirn hat 100 Milliarden Nervenzellen, je Nervenzelle können bis zu 5000 Synapsen, d. h. Überträgerstellen zu anderen Nervenzellen, ausgebildet werden, die für die Kommunikation der Nervenzellen untereinander verantwortlich sind.

    Damit diese Nervenzellen je nach Aufgaben und Ausprägungsart wirkungsvoll untereinander kommunizieren, sind die verschiedensten Neurotransmitter erforderlich. Wichtige Neurotransmitter sind Acetylcholin, Glutamat, Dopamin, Serotonin, Acetylcholin und Noradrenalin sowie Gamma-Aminobuttersäure (Gaba) und Glycin.

  • Bradykinese

    Der Begriff Bradykinese bezeichnet bei der Parkinson-Erkrankung das Grundsymptom, dass Bewegungen und auch das Sprechen langsam ablaufen. In Verbindung mit der Hypomimie beim Parkinson-Syndrom verleiten die verlangsamten motorischen und verbalen Abläufe dazu, den Patienten fälschlicherweise als in dieser Hinsicht beeinträchtigt zu beurteilen. Die Bradykinese selbst hat zunächst einmal nichts mit einer möglichen Verlangsamung geistiger Abläufe zu tun.

  • Cabergolin

    Cabergolin ist ein Wirkstoff aus der Reihe der Dopamin-Agonisten, d. h. Medikamente, die direkt die Dopamin-Rezeptoren im Gehirn stimulieren.

    Cabergolin war einer der ersten Dopamin-Agonisten und ist in der Vergangenheit vielfach eingesetzt worden. Im Verlauf der Anwendung hat man dann jedoch erkannt, dass die regelmäßige Cabergolin-Einnahme zu Herzklappen-Fibrosen (Verdickungen) führt.

    Cabergolin wird daher nur noch sehr eingeschränkt und unter regelmäßigen Ultraschall-Kontrollen des Herzens eingesetzt. Sollten hier erste Veränderungen gesehen werden, ist Cabergolin als Dopamin-Agonist sofort abzusetzen.

  • COMT-Hemmer

    COMT-Hemmer gehören in die Gruppe der Anti-Parkinson-Medikamente. Ausgeschrieben bedeutet COMT: C-O-Methyl-Transferase-Hemmer. Dieses Medikament hilft dabei, den Abbau des Dopamins an den Übertragungsstellen der Nerven zu verzögern.

    COMT-Hemmer können zusätzlich zu einer L-Dopa-Therapie verabreicht werden. Ziel der COMT-Hemmer ist es, die Dopamin-Konzentration an den Rezeptoren der Bewegungszentren im Gehirn hochzuhalten und so die Parkinson-Symptome zu mildern.

  • Decarboxylasehemmer

    Wird Dopamin über den Mund aufgenommen, im Magen freigesetzt und im Dünndarm in die Blutbahn aufgenommen, wird es dort sofort von einem körpereigenen Enzym, der Decarboxylase, wieder abgebaut und unwirksam gemacht.

    Dann kommt wenig von dem Wirkstoff Dopamin im Gehirn an, wo es ja gebraucht wird. Die gleichzeitige Einnahme von Dopamin und einem Hemmstoff der Decarboxylase (Decarboxyslasehemmer) verhindert diese Umwandlung und ermöglicht es, dass wirksame Dopamin-Konzentrationen im Gehirn ankommen und so die Symptomatik verbessern können. Üblicherweise ist in den Tabletten Dopamin mit einem Decarboxylasehemmer kombiniert.

  • Depression

    Die Depression ist als psychologische und psychiatrische Diagnose in der Bevölkerung bekannt und bezeichnet einen Zustand mit Niedergestimmtheit, Schwarzsehen, vermindertem Antrieb, Morgentief, Schlafstörungen, kreisenden Gedanken und auch kognitiven Beeinträchtigungen.

    Im Vorfeld des Ausbruchs einer Parkinson-Erkrankung werden häufig Depressionen beobachtet, aber auch infolge der Diagnosestellung und im Verlauf der Erkrankung. Experten gehen davon aus, dass bis zu vierzig Prozent der Parkinson-Patienten im Laufe ihrer Erkrankung an einer Depression leiden.

  • Dopamin

    Dopamin ist einer der wichtigen Neurotransmitter und spielt eine überragende Rolle in den Nervenzellgruppen, die die Bewegungen des Menschen koordinieren (Basalganglien) und ein Feintuning der beabsichtigten Bewegungen vornehmen. Produzieren die gehirneigenen Zellen der Substantia nigra pars compacta zwischen 50 % und 80 % weniger Dopamin als natürlicherweise vorgesehen, kommt es zu ersten Parkinson-Symptomen.

    Die Parkinson-Erkrankung ist somit wesentlich an einen Dopamin-Mangel im Gehirn geknüpft. Die typischen Symptome sind zu beobachten. Die gesamte Anti-Parkinson-Medikation ist darauf ausgerichtet, den Dopamin-Mangel über den Tag und die Nacht möglichst dauerhaft auszugleichen, damit die Bewegungen geschmeidig und gut koordiniert bleiben.

  • Dopamin-Agonisten

    Die Dopamin-Agonisten stellen eine spezifische Klasse an Anti-Parkinson-Medikamenten dar. Dopamin-Agonisten greifen an den Synapsen, d. h. Übertragungsstellen der einzelnen Nervenzellen, an und stimulieren ganz spezifisch die dopaminsensiblen Rezeptoren bei der Informationsübertragung der die Motorik steuernden Nervenzellen. Dopamin-Agonisten sind ein wichtiger Bestandteil der Anti-Parkinson-Medikation.

  • dPV

    dPV: Dieser Begriff steht für Deutsche Parkinson Vereinigung. Er bezeichnet den Dachverband der über 400 bundesweit verteilten Selbsthilfegruppen, die für Menschen mit Parkinson und ihre Angehörigen eine wichtige Anlaufstelle darstellen. Hier erhalten sie Informationen zu ihrer Erkrankung und einen hilfreichen Austausch mit anderen Betroffenen.

  • Dysarthrie

    Dysarthrie bezeichnet das Symptom undeutlichen, verwaschenen Sprechens. Die sprachliche Artikulation ist undeutlich, wenig moduliert, verwaschen, zum Teil schlecht zu verstehen. Eine Dysarthrie hört sich ähnlich an, wie das Sprechen eines Menschen, der zu viel Alkohol getrunken hat. Auch Kleinhirnschädigungen führen zu einer Dysarthrie.

  • Dysphagie

    Dysphagie bezeichnet das Symptom einer Schluckstörung. Der Schluckakt selbst wird von uns, wenn wir nicht an einer Krankheit leiden, jeden Tag vielfach unbewusst und ohne aktive Willkürsteuerung durchgeführt.

    Am Schluckakt selbst sind über 40 kleinere und größere Muskeln im Zungen-Schlund-Bereich beteiligt. Im Verlauf der Parkinson-Erkrankung treten häufig Schluckstörungen auf, die jedoch durch eine Schlucktherapie beim Logopäden behandelbar sind.

  • End-of-Dose-Akinesie

    Die End-of-Dose-Akinesie bezeichnet eine der im Verlauf der Behandlung der Parkinson-Erkrankung auftretenden Wirkungsschwankungen (Fluktuationen). Viele Parkinson-Patienten müssen ihr Medikament zu mehreren festen Zeitpunkten über den Tag verteilt einnehmen.

    Lässt die Wirkung vor Einnahme der nächsten Dosis merklich nach, spricht man von einer End-of-Dose-Akinesie. Zunehmendes Zittern bzw. zunehmende Bewegungsarmut sind Zeichen einer solchen End-of-Dose-Akinesie.

  • Enzym

    Ein Enzym, das früher auch Ferment genannt wurde, ist ein Stoff, der aus biologischen Riesenmolekülen besteht und eine chemische Reaktion beschleunigen kann. Die meisten Enzyme sind Eiweißmoleküle. Enzyme haben wichtige Funktionen im Stoffwechsel von Organismen.

    Sie sind wichtiger Teil der biochemischen Reaktionen von der Verdauung bis hin zur Zellerneuerung und Zellreparatur sowie der Vervielfältigung der Erbinformationen.

  • Enzymhemmer

    Enzymhemmer sind chemische Substanzen, die die Wirkung von Enzymen behindern bzw. vollständig ausschalten. Enzyme sind chemische Substanzen, die Stoffwechselvorgänge der verschiedensten Art im Körper fördern und für deren Ablauf notwendig sind.

    Laufen im Körper chemische Veränderungen in die falsche Richtung (z. B. bei einer Tumorerkrankung) können Enzymhemmer hier als wirksame Medikamente einen deutlichen Nutzen für den Patienten herstellen.

  • Ergotherapie

    Ergotherapie ist ein Teil der therapeutischen Angebote, von denen Parkinson-Patienten deutlich profitieren. Ergotherapie heißt übersetzt Beschäftigungstherapie. Im Rahmen der Ergotherapie können sowohl manuelle Tätigkeiten wie Kneten, Handwerksarbeiten, Strickarbeiten durchgeführt werden.

    Ebenso gehören auch moderne computerbasierte Verfahren wie Reha-Com-Anwendungen, CogPack-Programme oder auch das Training mit einem Armeo-Armtrainer dazu.

    Die Aufgabe der Ergotherapie besteht darin, für jeden Patienten mit seinen spezifischen Beeinträchtigungen und Potenzialen die richtige ergotherapeutische Methode herauszusuchen und auf hohem fachlichen Niveau anzuwenden.

  • Ernährung

    Eine ausgewogene, abwechslungsreiche ballast- und nährstoffreiche Ernährung ist für jeden Menschen und jeden Parkinson-Patienten hilfreich. Bislang gibt es keine spezifischen Erkenntnisse darüber, dass eine besondere Diät oder Ernährungsform die Ausprägung und den Verlauf der Erkrankung beeinflussen.

    Generell besteht bei Menschen mit Parkinson eher die Gefahr abzunehmen als zuzunehmen, da durch die unwillkürlichen Muskelbewegungen und Anspannungen besonders viel Energie verbraucht wird. Bei der Ernährung ist auch darauf zu achten, dass ausreichend Ballaststoffe und die Verdauung anregende Nahrung zu sich genommen wird, da Verstopfungen häufig ein Begleitsymptom der Parkinson-Erkrankung sind.

    Auch sollten 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit am Tag, sofern keine Gegenanzeige besteht, aufgenommen werden. Verstopfende Lebensmittel wie Schokolade, Kakao, hartgekochte Eier und Weißbrot sollten möglichst gemieden werden. Unterstützend ist auf ausreichend Bewegung, wie tägliche Spaziergänge und Gymnastik, zu achten.

    Im Zusammenhang mit der Medikamenten-Aufnahme ist wichtig, dass eiweißreiche Nahrungsmittel die Aufnahme der L-Dopa-Substanzen vermindern oder gar verhindern. Dopamin sollte somit entweder eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten oder 1,5 Stunden nach den Mahlzeiten eingenommen werden, damit eine ausreichende Aufnahme in den Körpern gewährleistet ist.

  • GdB

    GdB ist ein Begriff aus der Sozialmedizin und steht für „Grad der Behinderung“. Sofern eine Berufstätigkeit weiter ausgeübt werden kann, jedoch schon Einschränkungen aufgrund der Parkinson-Erkrankung bestehen, kann beim Versorgungsamt ein GdB beantragt werden und, in Abhängigkeit von der Schwere der Beeinträchtigungen, zu einer anerkannten Schwerbehinderung führen.

    Weitere praktische und soziale Vergünstigungen sowie spezifische finanzielle und rententechnische Regelungen sind mit den Sozialdiensten oder den Versorgungsämtern selbst zu klären.

  • Glutamat-Antagonisten

    Glutamat ist ein Botenstoff (Neurotransmitter) im Gehirn, der vorwiegend eine erregende, d. h. aktivierende Wirkung entfaltet. Im Rahmen der Parkinson-Therapie-Optionen gibt es einen Glutamat-Antagonisten in Form des Amantadinsulfates.

    Dieser greift im Gegensatz zu fast allen anderen Parkinson-Medikamenten nicht am Dopamin-System an, sondern dämmt die glutamaterge Überaktivität ein. Im Frühstadium der Erkrankung soll Amantadin den Beginn der L-Dopa-Therapie hinauszögern, im Spätstadium ist Amantadin als Glutamat-Antagonist eine wirksame Substanz, um bereits vorhandene Dyskinesien zu vermindern.

  • Halluzinationen

    Halluzinationen: Optische, akustische und sensible Fehlwahrnehmungen ohne vorhandene Entsprechung in der Realität werden als Halluzinationen bezeichnet. Halluzinationen treten überwiegend bei psychiatrischen Erkrankungen und Schizophrenie auf.

    Hierfür ursächlich ist ein Dopamin-Überschuss. Werden bei der Behandlung der Parkinson-Erkrankung Dopamin-Ersatzstoffe oder Dopamin-Agonisten zu hoch dosiert verabreicht, kann unbeabsichtigt ein Dopamin-Überschuss im Gehirn entstehen, der diese Halluzinationen verursacht. Ein Absetzen der Dopamin-Agonisten ist der erste Schritt der Behandlung.

    Spezifische Medikamente zur Behandlung der Fehlwahrnehmungen bzw. Halluzinationen stehen ergänzend zur Verfügung (z. B. Clozapin und Quetiapin).

  • Haltetremor

    Der Haltetremor ist ein Zittern, das unter reiner Schwerkraftbelastung auftritt, also dann wenn ein Mensch, der an Parkinson erkrankt ist, seine Hände nach vorne streckt und hält. Der Haltetremor zeigt sich meist als feinschlägiger, hochfrequenter Tremor. Er gilt als typische Ausdrucksform eines essentiellen Tremors.

    Der Tremor verstärkt sich beim Halten von Gegenständen. Hiervon zu unterscheiden ist der Ruhetremor, der in einer Frequenz zwischen 5 und 7 Hz auftritt und bei einer zielgerichteten Bewegung (Intention) aufhört.

  • Hirnstamm

    Der Hirnstamm bezeichnet den hinteren Teil des Gehirns und zwar den Bereich, der das Großhirn über das Mittelhirn mit dem Rückenmark verbindet. Im Hirnstamm sind die Nervenzellkerne untergebracht, die die vitalen Funktionen des Menschen steuern, so z. B. Atmung, Blutdruck, Bewusstsein.

  • Hoehn- und Yahr-Skala

    Die Hoehn- und Yahr-Skala ist ein Bewertungsmaßstab für die Ausprägung bzw. die Schwere der Parkinson-Erkrankung: Stadium 0 keine Anzeichen der Erkrankung Stadium 1 einseitige Erkrankung Stadium 1,5 einseitige Erkrankung und Beteiligung der Körperachse Stadium 2 beidseitige Erkrankung ohne Gleichgewichtsstörung Stadium 2,5 leichte beidseitige Erkrankung mit Ausgleich beim Zugtest, Stadium 3 leichte bis mäßige beidseitige Erkrankung bei bestehender leichter Haltungsinstabilität, der Patient ist körperlich noch unabhängig Stadium 4 starke Behinderung, der Patient kann aber noch ohne Hilfe laufen oder stehen Stadium 5 der Patient ist ohne fremde Hilfe an den Rollstuhl gefesselt oder bettlägerig Der Zugtest überprüft hierbei die Standunsicherheit, indem der Patient ruckartig an den Schultern vom hinter ihm stehenden Arzt gezogen wird, während dieser ihm den Rücken zukehrt.

  • Hypersalivation

    Unter einer Hypersalivation versteht man eine vermehrte Speichelproduktion. Diese ist in Abgrenzung zur Sialorrhö nicht durch eine Schluckstörung ausgelöst, sondern fast immer medikamentös bedingt.

    Meist sind Psychopharmaka (z. B. Clozapin) dafu¨r verantwortlich. Ein Absetzen bzw. Wechsel des Präparats könnte dann eine Möglichkeit sein. Dies ist aber nur in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt sinnvoll. Es sollten dabei immer alle Risiken und Nutzen ausreichend medizinisch abgewogen und abgeklärt sein.

  • Hypophonie

    Die verminderte verbale Ausdrucksfähigkeit hinsichtlich der Sprachmelodie bzw. die vermindert intonierte und leise, wenig artikulierte Sprache wird mit dem Begriff Hypophonie bezeichnet. Diese ist bei der Parkinson-Erkrankung weit verbreitet.

  • Idiopathisch

    Immer wenn in der Medizin keine konkrete, die Erkrankung auslösende Ursache bzw. kein konkreter Krankheitsmechanismus benannt werden kann, sprechen die Mediziner von idiopathisch. Bei idiopathischen Erkrankungen weiß man ganz einfach den Grund für die Erkrankung nicht.

  • Initialsymptom

    Der Begriff Initialsymptom bezeichnet erste Symptome, die mit dem Auftreten einer Erkrankung einhergehen. Oft gibt es dem eigentlichen Erkrankungsbeginn lange vorausgehende Symptome.

    Bei der Parkinson-Erkrankung können dies beispielsweise eine Abschwächung der Geruchswahrnehmung, zunehmende Zeichen der Verstopfung oder eine gering modulierte Schrift sein. All dies sind oft Initialsymptome der Parkinson-Erkrankung.

  • Inkontinenz

    Inkontinenz bezeichnet in der Medizin den Zustand, dass Patienten ihre Ausscheidungen nicht mehr kontrollieren können. Es gibt eine Harninkontinenz und eine Stuhlinkontinenz.

    Bei der Harninkontinenz kommt es zu einem mehr oder minder ausgeprägten Verlust der Kontrolle der Harnentleerung, bei einer Stuhlinkontinenz gilt dies für den Bereich des Stuhlgangs.

  • James Parkinson

    James Parkinson (1755 – 1824) hat als britischer Arzt, Chirurg und Paläontologe 1817 in einem medizinischen Beitrag „An Essay on the Shaking Palsy“ erstmals im Zusammenhang die Symptome der Parkinson-Erkrankung beschrieben.

    Dieser Essay ist seine bekannteste medizinische Veröffentlichung. Parkinson selbst bezeichnete sie wegen des bei vielen Patienten auffälligen Ruhetremors als „Schüttellähmung“ (Paralysis agitans). Der Begriff Morbus Parkinson oder Parkinsonismus bzw. Parkinson-Syndrom wird seit 1884 für dieses Krankheitsbild benutzt.

  • JuPa (Junge Parkinsonkranke)

    JuPa (Junge Parkinsonkranke)
    Unter dem Begriff JuPa sind Selbsthilfegruppen organisiert, die sich speziell an Menschen richten, die um ihr 40. Lebensjahr herum die Diagnose Parkinson bekommen haben.

    Da sich die Problematik einer Erkrankung in so jungen Jahren wesentlich von der älterer Menschen unterscheidet, wollen die JuPa-Gruppen auf die besondere Situation der jung an Parkinson erkrankten Menschen eingehen. Welche Gruppe in Ihrer Nähe tätig ist, können Sie über www.dpv-jupa.de/wer herausfinden.

  • Kombinationstherapie

    Kombinationstherapie
    Im Verlauf der Parkinson-Erkrankung mit zunehmenden Symptomen und Wirkungsschwankungen ist es nötig, die meist zu Beginn verabreichte Mono-Therapie (d. h. Gabe eines einzelnen Medikamentes) auf eine Kombinationstherapie umzustellen. Aus dem Potpourri der vielen Anti-Parkinson-Medikamente gibt es zahlreiche Möglichkeiten, eine Kombinationstherapie zum Wohle des Patienten und zur Minderung der Symptome zusammenzustellen.

  • L-Dopa

    L-Dopa:
    Die Basis der Therapie stellt oft die L-Dopa-Gabe dar, die um weitere Medikamente erweitert wird. Der Dopamin-Mangel an den Rezeptoren der Bewegungszentren im Gehirn stellt die Ursache der Parkinson-Erkrankung dar. Bei vielen Patienten beginnt die Therapie mit einer L-Dopa-Monotherapie.

    Bei jüngeren Patienten werden oft eingangs Dopamin-Agonisten verabreicht, die im Verlauf der Erkrankung um weitere Medikamente ergänzt werden.

  • L-Dopa-Test

    Der L-Dopa-Test ist ein einfacher Test, der auch ambulant durchgeführt werden kann, sobald der Verdacht auf eine Parkinson-Erkrankung besteht. Ein vermeintlich betroffener Patient erhält eine definierte L-Dopa-Gabe, meistens 125 mg L-Dopa oder auch eine lösliche Dosis 125mg Dopa LT.

    Die Symptome werden im Verlauf nach einer halben, einer und ggf. 1,5 Stunden beobachtet. Tritt eine deutliche Verbesserung der geklagten, Parkinson-typischen Beschwerden nach Gabe eines Dopamin-Präparates ein, kann dieser Test als weitere Bestätigung der Diagnose angesehen werden.

  • Lebenserwartung

    Das statistische Bundesamt veröffentlicht jährlich die Lebenserwartungen für Männer und Frauen in Deutschland. Die Lebenserwartung der Parkinson-Patienten ist nicht wesentlich verringert, da wir heute über zahlreiche Therapiemöglichkeiten verfügen, die die Symptome über viele Jahren wirksam mindern können und Komplikationen verhindern, an denen Parkinson-Patienten zu früheren Zeiten deutlich vor ihrer Lebenserwartung verstorben sind.

  • Levodopa

    Levodopa (kurz: L-Dopa) ist eine Vorstufe des körpereigenen Botenstoffs Dopamin. Es wird vor allem zur Therapie von Parkinson eingesetzt. Es ist also ein wichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Anti-Parkinson-Medikamente.

    Levodopa wird häufig mit einem Decarboxylasehemmer kombiniert, um den peripheren Abbau des Wirkstoffs möglichst zu verhindern und viel Dopamin über die Blut-Hirn-Schranke an den beabsichtigten Wirkort im Gehirn an die Rezeptoren zu bringen.

  • Logopädie

    Die Logopädie ist die therapeutische Disziplin, die sich mit der Diagnostik und Behandlung von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen befasst. Im Bereich Logopädie gibt es zahlreiche Therapiemöglichkeiten, die spezifischen, mit der Parkinson-Erkrankung auf diesem Gebiet einhergehenden Beschwerden zu behandeln.

    Das Lee-Silverman-Voice-Treatment (LSVT?) ist eine für Parkinson-Patienten spezifisch entwickelte und von Logopäden angewandte Methode zur Stärkung und Kräftigung des Stimm- und Sprechapparates. Treten im Verlauf der Parkinson-Erkrankung Schluckstörungen auf, so kann mit Hilfe logopädischer Diagnostik die Art und Schwere der Schluckstörung beurteilt werden.

    Logopädisch stehen zahlreiche einzuübende Manöver zur Verfügung, um die Schluckstörung wirkungsvoll zu behandeln und eine mögliche Aspiration (Eindringen von Flüssigkeit oder festen Stoffen in die Atemwege) mit lebensbedrohlichen Komplikationen zu verhindern.

  • MAO-B-Hemmer

    MAO-B-Hemmer gehören als Monoaminooxidase-B-Hemmstoffe zu den Anti-Parkinson-Medikamenten. Sie hemmen die Monoaminooxidase und damit den Abbau des im Gehirn benötigten Dopamins, das aufgrund der Erkrankung im Gehirn in zu niedriger Konzentration vorhanden ist und bessern somit die Parkinson-Symptome.

  • MdE

    Der Begriff MdE steht für „Maß der Erwerbsminderung“ und ist ein sozialmedizinischer Begriff. Das MdE gibt an, zu welchem Prozentsatz der Betroffene bei gegebenen Beeinträchtigungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einsetzbar ist.

    Dieses Maß wird in Prozenten angegeben. Spezifische sozialmedizinische Beschreibungen definieren, welche Betätigungsbereiche aufgrund einer Erkrankung ausgeschlossen sind, z. B. schwere Über-Kopf-Arbeiten und als weiteres Beispiel Arbeiten auf Leitern und Gerüsten.

    Auch der Umgang mit schweren und rotierenden Maschinen, die ein erhebliches Selbst- und Fremdgefährdungspotenzial bergen, kann ausgeschlossen werden.

  • Miktion

    Miktion ist der medizinische Begriff für den Vorgang des Wasserlassens.

  • Miktionsstörungen

    Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlich verursachten Miktionsstörungen, die als Begriff Störungen beim Wasserlassen beschreiben. Es gibt beim Menschen insgesamt drei Nervenzellgruppen, die das Wasserlassen steuern (im frontalen Gehirnbereich, im Hirnstamm und im unteren Rückenmark).

    Bei Störungen dieser Zentren können Beeinträchtigungen bei der Miktion auftreten. Ein häufiges Symptom im Rahmen der Parkinson-Erkrankung ist der imperative Harndrang, d. h., dass bei ersten Zeichen der Blasenfüllung schnell und unmittelbar eine Toilette aufgesucht werden muss.

  • Mimik

    Der Begriff Mimik bezeichnet das Mienenspiel bzw. die äußerlich sichtbaren Bewegungen der Gesichtsoberfläche bei Gefühlsregungen und in Gesprächen. Der Gesamteindruck des Mienenspiels setzt sich zusammen aus einzelnen mimischen Facetten, da viele Muskeln an den Bewegungen der Gesichtsmimik beteiligt sind und sich in Sekundenbruchteilen verändern und ablaufen.

    Die Mimik ist Teil der nonverbalen Körpersprache. Die Mimik unseres Gesichts verrät viel über unsere Gefühlslage. Mit unserem Gesicht senden wir darüber hinaus deutliche Signale aus, selbst wenn wir glauben, gar keine „Miene zu verziehen“.

    Ein Symptom der Parkinson-Erkrankung ist die Hypomimie, d. h. die sichtbaren Bewegungen der Gesichtsoberfläche sind deutlich eingeschränkt. Dies darf nicht mit einer abgeschwächten Emotionalität oder kognitiven Beeinträchtigung verwechselt werden.

  • Monotherapie

    Besonders zu Beginn der Parkinson-Erkrankung kann eine wirksame Medikamentengabe zur deutlichen Minderung der Parkinson-Symptome als Einzelsubstanz eingesetzt werden. Wird, wie geschildert, nur eine Substanzklasse zur Behandlung der Parkinson-Erkrankung eingesetzt, sprechen wir von einer Mono-Therapie.

  • MPTP

    MPTP steht für 1-Methyl-4-phenyl-1,2,3,6-tetrahydropyridin und ist ein Toxin, welches bei Menschen und Primaten typische Symptome der Parkinson-Krankheit hervorruft. Es wurde ursprünglich zufällig bei drogenabhängigen Menschen entdeckt, die sich Fetidin einspritzten.

    Ein Zwischenprodukt wird in den dopaminergen Nervenzellen der Substantia nigra an Melanin gebunden. Das Toxin blockiert die Zellatmungskette und führt in der Summe zu einem substanzausgelösten Parkinson-Syndrom.

  • Muskeltonus

    Der Spannungszustand eines Muskels oder einer Muskelgruppe wird als Muskeltonus bezeichnet. Er bezeichnet die Eigenspannung von Muskelapparaten. Sogar in Ruhe weisen die Muskeln eine gewisse Eigenspannung auf. Eine Störung des normalen Muskeltonus bezeichnet man in der Neurologie als muskuläre Dystonie.

    Sie kann sich als verminderter oder gesteigerter Muskeltonus bemerkbar machen. Ist Rigor ein Symptom der Parkinson-Symptomatik, dann bezeichnet dieser das Zahnradphänomen bei gesteigertem Muskeltonus, das beim Durchbewegen der Arme im Ellenbogen oder beim Durchbewegen der Handgelenke auftritt. Das Zahnradphänomen wird vom Untersucher sehr genau wahrgenommen.

  • Neuroleptikum

    Neuroleptika sind Medikamente, die vorrangig in der Psychiatrie bei Auftreten von Psychosen, z. B. Schizophrenien, eingesetzt werden. Neuroleptika senken den Dopamin-Spiegel im Gehirn. Durch den Einsatz von typischen Neuroleptika können somit medikamentös alle Symptome einer Parkinson-Erkrankung ausgelöst werden. Neuroleptika sind bei Morbus Parkinson kontraindiziert.

  • Neurone

    Neuron ist ein anderer Begriff für Nervenzelle.

  • Neurotransmitter

    Neurotransmitter sind Botenstoffe im zentralen und peripheren Nervensystem, die die Kommunikation zwischen den Nervenzellen ermöglichen. Zu den Neurotransmittern zählen Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin, Acetylcholin, Glutamat und Gamma-Aminobuttersäure.

  • Obstipation

    Obstipation bezeichnet den Zustand der Verstopfung im Magen-Darm-Trakt.

  • Paralysis agitans

    Paralysis agitans:
    Dies ist der von James Parkinson 1817 geprägte lateinische Begriff für Schüttellähmung.

  • Parkinson plus

    Der Begriff Parkinson plus bezeichnet die Symptomzusammensetzung, dass außer der eigentlichen Parkinson-Erkrankung (Tremor, Rigor, Akinese und posturale Instabilität) zusätzlich Symptome wie z. B. kognitive Beeinträchtigungen oder weitere andersartige Symptome auftreten.

  • Peak-Dose-Akinesie

    Nach Medikamenteneinnahme fluten die Wirkstoffe in der Blutbahn und nachfolgend im Gehirn nach einer definierten Zeit stark an. Misst man die Konzentration im Blut stellt die höchste Konzentration der eingenommenen Dosis die Peak-Dose, also maximale Dosis dar.

    In der Logik der Medikamentenwirkung müsste dies ein besonders gutes Ansprechen auf die Medikamente bzw. eine besonders effektive Minderung der Symptome bedeuten. Paradoxerweise treten jedoch bei sehr hohen Substanzkonzentrationen im Blut auch akinetische Phasen, d. h. Phasen eingeschränkter bzw. aufgehobener Beweglichkeit auf. Dies ist eine typische Wirkungsfluktuation.

  • Peak-Dose-Dyskinesie

    Dies bezeichnet das Symptom von Bewegungsunruhe und starkem Bewegungsdrang im Zusammenhang mit maximalen Wirkstoffkonzentrationen an Anti-Parkinson-Medikamenten im Blut, die nach einer Medikamenteneinnahme erreicht werden.

  • Pergolid

    Pergolid ist ein weiterer Wirkstoff in der Reihe der Dopamin-Agonisten als wirksame Substanzen in der Anti-Parkinson-Behandlung. Pergolid stimuliert als Dopamin-Agonist eine Untergruppe der D2-Rezeptoren direkt an den Übertragungsstellen im Nervensystem.

  • Pillendreher-Phänomen

    Der typische Ruhetremor bei Menschen mit Parkinson wird auch gerne als Pillendreher-Tremor bezeichnet. Hierbei ist bei abgelegten Händen eine Bewegung des Daumens gegenüber der Handfläche oder der Zeigefingerspitze zu beobachten.

    Die Bewegung sieht insgesamt aus, als würde der Patient zwischen Daumen und Zeigerfingerspitze eine Pille hin- und herdrehen. Der Pillendreher-Tremor verstärkt sich, wie andere Parkinson-Symptome auch, bei emotionaler Anspannung und Aufregung.

  • Pramipexol

    Pramipexol ist in der Anti-Parkinson-Therapie eine Substanz, die als Dopamin-Agonist entweder in Mono-Therapie oder Kombination mit L-Dopa vorrangig direkt an den Rezeptoren der Synapsen angreift und wirksam die Parkinson-Symptome vermindert.

  • Progression

    Progression ist der lateinische Begriff für Zunahme und bezeichnet im Hinblick auf ein Krankheitsbild eine Zunahme der Symptome bzw. eine Zunahme der Schwere der Erkrankung.

  • Psychiatrie

    Psychiatrie ist ein Fachgebiet in der Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Diagnostik und Behandlung von psychischen Störungen beschäftigt. Typische psychiatrische Erkrankungen sind z. B. Depression, Schizophrenie, Manie, Persönlichkeitsstörungen oder neurotische Krankheitsbilder, die die Betroffenen hinsichtlich ihrer Lebensfähigkeit und Lebensqualität wesentlich beeinträchtigen. Angst- und Zwangsstörungen gehören ebenfalls in das Fachgebiet Psychiatrie.

  • Psychose

    Der Begriff Psychose bezeichnet eine schwere psychische Störung, bei denen die Betroffenen die Realität verändert wahrnehmen und bearbeiten. Das Krankheitsbild bei Psychosen ist sehr vielfältig.

    Menschen mit Psychosen haben Störungen des Denkens und der Wahrnehmung. Halluzinationen oder Wahnvorstellungen sind typische Beeinträchtigungen bei Psychosen. Diese werden häufig von starken Ängsten begleitet. Zusätzlich können auch Störungen des Antriebs oder sogenannte „Ich-Störungen“ auftreten.

    Es werden primäre Psychosen (z. B. Schizophrenie) von sekundären Psychosen unterschieden, bei denen eine konkrete Ursache feststellbar ist, wie z. B. Epilepsie, Hirntumore, Infektionen, Medikamentennebenwirkungen oder Effekte bei Konsum von Drogen.

  • Radikale (chemische)

    Chemische Radikale (Atome oder Moleküle) treten bei Stoffwechselvorgängen und chemischen Vorgängen auf und haben ein ungepaartes Elektron, so dass sie mit der Umgebung besonders reaktionsfreudig in Kontakt treten.

    Freie Radikale treten bei gestörten Stoffwechselprozessen und anderen Schädigungen physiologischer Vorgänge im Körper auf und können, da sie besonders reaktionsfreudig mit der Umgebung in Kontakt treten, schwere Erkrankungen auslösen.

  • Retard/Retardierung

    Viele Medikamente werden meist in zwei Darreichungsformen produziert und für die Therapie von Patienten angeboten. Zum einen gibt es die normale Zusammensetzung (Formulierung) der Tablette, bei der die Substanz nach Aufnahme in den Körper möglichst schnell freigesetzt und meist über den Dünndarm in den Körper aufgenommen wird.

    Retard-Formulierungen von Medikamenten sind so hergestellt, dass durch eine Schutzhülle bedingt, die Medikamente verzögert freigesetzt und damit verzögert aufgenommen werden.

    In der Anti-Parkinson-Medikation setzt man Retard-Präparate besonders zur Nacht ein, damit die Wirksubstanz möglichst verzögert und über einen langen Zeitraum (Nachtstunden) freigesetzt wird und so den Patienten nachts vor Bewegungsunfähigkeit und schmerzhaften Verspannungen schützt.

  • Rezeptoren

    Rezeptoren sind diejenigen Bereiche an den Nervenübertragungsstellen (Synapsen), an denen die natürlichen Neurotransmitter oder die bei Mangel zugeführten Substanzen, wie z. B. L-Dopa-Präparate bei Dopamin-Mangel, ansetzen und ihre Wirkung in der Nervenübertragung entfalten.

    Bei der Parkinson-Erkrankung gilt es, an den Rezeptoren entweder genügend Dopamin für die normale Funktionsfähigkeit bereitzustellen oder die Rezeptoren durch Dopamin-Agonisten direkt zu stimulieren und so die krankheitsbedingten Beeinträchtigungen zu mildern.

  • Ruhetremor

    Der Ruhetremor ist ein typisches und das Krankheitsbild Parkinson mit definierendes Symptom. Der Ruhetremor kann als mittelschlägig und mit einer Frequenz von 5 bis 7 Herz auftretend beschrieben werden. Emotionale Anspannung oder Aufregung verstärkt meist den Ruhetremor.

    Führt der Betroffene eine gezielte, willkürgesteuerte Bewegung aus, verschwindet der Ruhetremor meist, bis die Bewegung ausgeführt ist. Dann setzt der Ruhetremor wieder ein.

  • Schlafstörungen

    Die Forschungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass im Vorfeld der Parkinson-Erkrankung, d. h. oft viele Monate bevor tatsächliche Symptome auftreten, bei vielen Betroffenen Schlafstörungen zu beobachten sind. Diese treten meist während der Traumphasen (REM-Schlaf-Phasen) auf.

    Von den Betroffenen selbst wird berichtet, dass sie häufig sehr lebhafte Träume haben – von den Partnern, dass diese im Schlaf oft durch ausfahrende und heftige Bewegungen auffallen, die im schlimmsten Fall den Schlafpartner verletzen können.

  • Schwitzen

    Viele Parkinson-Patienten haben eine Wärmeregulationsstörung und schwitzen vermehrt. Es kommt in der Folge zu Austrocknungssymptomen. Eine gestörte Wärmeregulation und falsche Wärme- oder Kälteempfindung sorgen dafür, dass subjektiv oft eine höhere Wärme empfunden wird.

    Menschen mit Parkinson gehen daher oft auch bei extremer Kälte nur spärlich bekleidet nach draußen. Andererseits kann starkes Schwitzen auch ohne jede körperliche Anstrengung oder große Hitze auftreten. Wenn der Flüssigkeitsverlust durch eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme nicht schnell genug und ausreichend ausgeglichen wird, kann eine Austrocknung des Körpers mit schweren Folgeerscheinungen auftreten.

  • Seborrhoe

    Die Seborrhoe bezeichnet eine vermehrte Talgdrüsenproduktion meist im Gesichtsbereich und ist ein typisches Symptom der Parkinson-Krankheit. In der Liste der Symptome wird häufig ein „Salbengesicht“ beschrieben, das durch die Seborrhoe verursacht wird.

  • Sekundäres Parkinson-Syndrom

    Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die zu ähnlichen Symptomen führen, wie sie beim echten Parkinson-Syndrom auftreten. Man spricht dann von einem sekundären oder symptomatischen Parkinson-Syndrom. Infolge eines langjährigen Bluthochdrucks können Veränderungen an den kleinen Gefäßen im Gehirn auftreten, die in der Folge mit Verstopfungen der kleinen Blutgefäße unterhalb der Hirnrinde einhergehen und ein sekundäres Parkinson-Syndrom verursachen können.

    Werden neuroleptische Medikamente verabreicht, kann die ganze Palette Parkinson-typischer Symptome auftreten, die hier jedoch medikamentenbedingt ist. Ist die Ursache gefunden, kann nach Absetzen der neuroleptischen Medikation darauf gehofft werden, dass sich die Symptome des sekundären Parkinson-Syndroms komplett zurückbilden.

    Auch Hirntumore, schwere Schädel-Hirn-Verletzungen und wiederholte Schädel-Hirn-Traumen (z. B. bei Boxern) können eine Parkinson-Symptomatik auslösen. Auch das Gehirn schädigende Substanzen wie Manganstaub, Kohlenmonoxyd, eine Kupferstoffwechselerkrankung und auch ein Normaldruck-Hydrocephalus (Wasserkopf) können Parkinson-Symptome auslösen. Diese Auflistung zeigt, dass bei der Diagnosestellung vom behandelnden Arzt viele mögliche sekundäre Ursachen als Grund der Beschwerden auszuschließen sind.

  • Stammganglien

    Stammganglien: Eine andere Bezeichnung für Basalganglien (siehe dort).

  • Startermedikation

    Dies ist ein spezifischer Begriff für die Medikation, die zu Beginn der medikamentösen Behandlung bei einer Erkrankung gegeben wird. Prinzipiell gilt immer das pharmakologisch-medizinische Konzept: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

    Jedes Medikament hat Nebenwirkungen. Diese sind möglichst gering zu halten. Andererseits ist bei mehrjähriger Krankheitsdauer darauf zu achten, dass in der Behandlung Reserven bleiben, d.h., dass nach Bedarf die Dosierung gesteigert werden kann.

  • Starthemmung

    Ein typisches Symptom bei der Parkinson-Erkrankung ist die Starthemmung, die auch mit dem englischen Begriff „Freezing“ bezeichnet wird. Dies beschreibt den Umstand, dass Parkinson-Patienten auf eine direktive Aufforderung, wie z. B. „Bitte gehen Sie jetzt durch diese Tür“ in einen Zustand versetzt werden, bei dem sie förmlich am Boden kleben und zu keiner Startbewegung in der Lage sind.

    Auch ohne Aufforderung können solche Freezing-Phänomene auftreten. Äußere Taktgeber, wie akustische Signale oder auch das Überwinden eines gedachten oder kleinen vorgelegten Hindernisses, können die Starthemmung oft wirkungsvoll überwinden und eine Gangbewegung initiieren.

  • Stereotaktische Hirnoperation

    Bei der fortgeschrittenen Parkinson-Erkrankung und unter bestimmten Bedingungen des verminderten Ansprechens einer Kombinationstherapie kann eine stereotaktische Hirnoperation mit Implantation eines Hirnschrittmachers überlegt und ggf. durchgeführt werden.

    Diese Methode wird auch als „Tiefe Hirnstimulation“ bezeichnet. Es werden auf beiden Seiten des Gehirns Elektroden eingebracht, die über einen in der Brustmuskulatur eingelegten Hirnschrittmacher gesteuert elektrische Dauerimpulse abgeben, die wirksam die Parkinson-Symptome verhindern.

    Trotz stereotaktischer Hirnoperation und funktionierendem Hirnschrittmacher kann es weiter nötig sein, ein bestimmtes, meist vermindertes Maß an Anti-Parkinson-Medikamenten einzunehmen.

  • Striatum

    Das Corpus striatum oder kurz Striatum ist eine Nervenzellgruppe im Gehirn und Teil der Basalganglien, die zum Großhirn gehören. Es bildet die Eingangsstation der Basalganglien und ist Bestandteil bedeutsamer neuronaler Regelkreise. Das Corpus striatum (zu Deutsch Streifenkörper oder Streifenhügel) besteht aus dem Nucleus caudatus und dem Putamen, zwei Kerngebieten im Gehirn.

  • Substantia nigra

    Die Substantia nigra bezeichnet eine Nervenzellgruppe im Mittelhirn, die mit ihrer Pars compacta wesentlich dafür verantwortlich ist, dass für das Gehirn Dopamin in einer ausreichenden Menge produziert wird.

    Funktioniert die Substantia nigra vermindert oder höchst eingeschränkt, fehlt es an Dopamin im Gehirn, Parkinson-Symptome treten auf.

  • Symptom

    Dies ist der medizinische Begriff für (An)-Zeichen einer Erkrankung. Bei der Parkinson-Erkrankung sind wesentliche Einzelsymptome (Tremor, Rigor, Akinese) und die posturale Instabilität, d. h. das unsichere Gefühl beim Stehen. Jedes dieser genannten Zeichen ist ein Einzel-Symptom.

  • Synapse

    Mit dem Begriff Synapse werden die Übertragungsstellen zwischen den Nerven, d. h. die Kommunikationsstellen, bezeichnet. Jede einzelne Nervenzelle unseres Gehirns kann je nach Funktionsweise und Gebrauchshäufigkeit zwischen 5 000 und 10 000 Synapsen, d. h. Übertragungsstellen zu anderen Nervenzellen ausbilden. Dies verdeutlicht, wie komplex unser Gehirn aufgebaut ist und wie komplex die vernetzte Arbeitsweise des Gehirns ist.

  • Syndrom

    Dies ist in der medizinischen Krankheitslehre ein Begriff für die Zusammenfassung mehrerer Symptome zu einem Krankheitsbild. Fasst man die Einzelsymptome der Parkinson-Erkrankung wie Zittern, Bewegungsunfähigkeit, erhöhter Muskeltonus und Unsicherheit beim Stehen zusammen, kann man von Parkinson-Syndrom sprechen.

  • Szintigraphie

    Szintigraphie: Es gibt spezifische nuklearmedizinische Diagnostikverfahren in der Medizin, die mit geringsten, den Körper nicht schädigenden radioaktiven Substanzen arbeiten. Bei der Ganzkörper- oder auch Knochenszintigraphie wird versucht, Entzündungszeichen am Skelettsystem nachzuweisen.

    Es gibt auch spezifische nuklearmedizinische Verfahren bei der Parkinson-Erkrankung, bei der die Rezeptordichte für Dopamin im Gehirn gemessen werden kann. Dies kann zur Sicherung der Diagnose beitragen.

  • Therapie

    Therapie bezeichnet als Begriff die Behandlung des Patienten. Neben medikamentösen Therapien werden auch physiotherapeutische, physikalische, ergo- und logotherapeutische Therapien und auch eine Therapie der Psyche des Patienten unterschieden.

  • Tiefenhirnstimulation

    Hier müsste es besser heißen „Tiefe Hirnstimulation“ (siehe stereotaktische Hirnoperation). Im Englischen steht die Abkürzung DBS für „Deep Brain Stimulation“.

  • Tränenflüssigkeit

    Die Tränenflüssigkeit, die ständig über die Tränendrüsen abgegeben wird und durch den unwillkürlich bei allen Menschen dauernd stattfindenden Lidschlag verteilt wird, ist eine wichtige Flüssigkeit, die durch ihren Schutzfilm dafür sorgt, dass die Hornhaut des Menschen nicht austrocknet.

    Bei verminderter Produktion an Tränenflüssigkeit müssen kontinuierlich künstliche Augentropfen eingesetzt werden, da durch Austrocknen der Cornea (Hornhaut) des Auges Ulzerationen, d. h. Geschwürbildungen entstehen, die dauerhaft und unumkehrbar die Sehfähigkeit beeinträchtigen.

  • Transplanrantation

    Transplanrantation bezeichnet den medizinischen Begriff der Übertragung von körpereigenem oder körperfremdem Gewebe. Bekannt hierbei ist die Transplantation von Organen (z. B. Herztransplantation, Nierentransplantation). In der Vergangenheit sind zahlreiche Experimente durchgeführt worden, bei denen embryonales Zellgewebe in die Gehirne von Menschen mit Parkinson transplantiert worden ist mit dem Ziel, dort dopaminproduzierende Zellen zu platzieren, die den physiologischen Dopamin-Mangel ausgleichen und so dauerhaft die Parkinson-Symptome lindern.

    Zusammenfassend ist zu sagen, dass diese Experimente teilweise erfolgreich, aber häufig mit schweren Komplikationen verlaufen sind, so dass die Transplantation embryonalen Zellgewebes zum Ziele der Dopamin-Produktion nicht als Standard-Therapie zur Verfügung steht.

  • UPDRS

    Unified Parkinson`s Disease Rating Scale. Die UPDRS wird als Messinstrument eingesetzt für die Verlaufsbeurteilung bei einem Patienten. Sie ist unterteilt in die Bereiche kognitive Funktion, Verhalten und Stimmung, Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL), motorische Untersuchung.

    Die Einordnung erfolgt nach Befragung (Interview). Die maximal erreichbare Punktzahl über alle Skalen ist 199 Punkte. Dabei bedeuten 199 Punkte das schlechtest mögliche Ergebnis, 0 Punkte bedeuten keine Behinderung. Zur Verlaufsbeurteilung in der klinischen Praxis sowie in Studien wird oft die Unterkategorie III, motorische Untersuchung, als Teilskala herangezogen.

  • Vegetatives Nervensystem

    Das vegetative Nervensystem wird auch autonomes Nervensystem oder Vegetativum genannt. Es bildet zusammen mit dem somatischen Nervensystem das gesamte periphere und zentrale Nervensystem.

    Innerhalb des autonomen Nervensystems unterliegen die dort geregelten Funktionen nicht der Willkür des Menschen, sondern laufen mehr oder minder automatisch im Körper ab. Eine willentliche Beeinflussung ist direkt nicht möglich, allenfalls ist eine indirekte Beeinflussung erlernbar.

    Das vegetative Nervensystem steuert wesentlich die Aufrechterhaltung unseres inneren Gleichgewichtes und reguliert lebenswichtige Funktionen wie Verdauung, Stoffwechsel, Atmung und Herzschlag. Auch weitere Organsysteme werden vom vegetativen Nervensystem beeinflusst, so z. B. Schweißdrüsen, Hormone, Sexualfunktion, das Blutgefäßsystem sowie die Pupillenreaktionen der Augen.

    Das vegetative Nervensystem besteht aus dem Sympathikus (reguliert die Aktivierung des Menschen) und dem Parasympathikus (reguliert die Entspannung des Menschen). Beide Systeme arbeiten in gegenseitiger Ergänzung.

  • Wearing-off

    Im Rahmen der Parkinson-Therapie spricht man von Wearing-off, wenn der Eindruck entsteht, dass die Verbesserung durch eine Dosis der verabreichten Medikation nicht mehr anhält bzw. allmählich nachlässt, bevor die nächste Medikamentendosis eingenommen wird bzw. zu wirken beginnt. Bei nachlassender Medikamentenwirkung nimmt z. B. der Tremor zu bzw. die Beweglichkeit ab.

  • Webster-Skala

    Die Webster-Skala dient zur Einschätzung des Schweregrades der Parkinson-Krankheit und variiert zwischen 10 Punkten (leichte Ausprägung) und 30 Punkten (sehr schwere Ausprägung).

  • Wirkungsfluktuation

    Insbesondere bei einer länger andauernden Parkinson-Erkrankung kommt es mit der Zeit zu Wirkungsfluktuationen. Darunter versteht man vorrangig, dass sich Phasen der Unbeweglichkeit oder Zittern mit Phasen von Überbeweglichkeit mehrfach im Verlauf eines Tages abwechseln.

    Als wahrscheinliche Ursache für diese Fluktuationen wird der Verlust der Speichermöglichkeit von Dopamin durch den Zellschwund angenommen. Dies betrifft die Zellen, die normalerweise das Dopamin speichern und bei Bedarf freisetzen. Die End-off-Dose-Akinese bzw.

    Wearing-off wird ebenso zu den Fluktuationen gezählt wie fluktuierende On-Off-Phasen. Die Peak-Dose-Dyskinesie bzw. Peak-Dose-Akinese stellen ebenfalls weitere Formen der Wirkungsfluktuation dar.

  • Zerebral

    Zerebral ist der lateinische Begriff für „das Gehirn betreffend“.